Eigenarten der Schindelarten
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Beim Einsatz im Außenbereich muß
das Holz, in welcher Form auch immer, möglichst schnell austrocknen
können oder durch andere konstruktive Maßnahmen geschützt
werden. Mit Lasuren oder deckenden Farben kann im Wandbereich
auch die holzzerstörende Wirkung der UV-Strahlung eingedämmt oder
ganz verhindert werden.
Holz, ein organischer Baustoff mit hydroskopischen Eigenschaften, nimmt bei feuchter Witterung Wasser auf und gibt es bei Trockenheit wieder langsam ab. Jedem Holzfachmann ist aber bekannt, daß satt-aufeinanderliegendes Schnittholz bei einer dauernden Feuchtigkeit von über 20 Prozent im Freien innerhalb kürzester Zeit einen idealen Nährboden für Pilze und schädliche Insekten abgibt. Holzschindeln haben trotz härtester Beanspruchung eine lange Lebensdauer; das beruht auf mehreren Ursachen und Gründen: Für Dacheindeckungen wurden früher fast ausschließlich gespaltene Schindeln verwendet, da diese durch ihre fertigungstechnischen Ungleichheiten nicht völlig satt aufeinander lagen und zwangsläufig für eine gute Zwischenbelüftung bzw. damit zur raschen Austrocknung der Schindellagen sorgten. Durch diese natürliche Vorsorge können Schindeln aus Lärche und sogar Fichte lange vor Pilzbefall und Fäulnis bewahrt werden. Eine ganz natürliche Erklärung für die lange Lebensdauer der Holzschindel ist jedoch ihre geradezu ideale Fähigkeit, sich den jeweiligen Witterungseinflüssen anzupassen, egal ob sie nun gesägt oder gespalten ist, liegende oder stehende Jahresringe hat. Dies beruht auf folgender Bewandtnis: Wenn eine nach längerem Regen durchfeuchtete Schindel in niederschlagsfreien Zeiten zu trocknen beginnt, schwindet sie in der Breite an der, der Sonne zugewandten Oberseite. Sie schlüsselt sich dadurch in konkaver Form leicht nach vorne, da ihre Rück- oder Unterseite noch naß und daher gequollen ist. Gleich einer Tannenzapfenschuppe hebt sie sich im unteren Teil leicht an und die nasse Rück- oder Unterseite kann austrocknen (Abb. 1 oben). Bei Regenwetter ist es genau umgekehrt, die Schindeln dehnen sich an der Oberfläche aus und legen sich dicht an ihren Untergrund an (Abb. 1 unten).
Damit der ständige Wechsel dieses Vorganges nicht beeinträchtigt wird, sollte jede Schindel über 60 mm Breite nur mit zwei Stiften im oberen Schindelteil (etwa 60 Prozent von der Fußlinie gemessen) befestigt werden; damit kann sich der längere untere Teil, d. h. die weitgehend sichtbare und der Witterung ausgesetzte Schindeifläche ungehindert frei bewegen. Von vorneherein ist damit die wesentliche Ursache einer Rissebildung der Schindeln an der Nagelstelle und ein Ausbrechen des Nagelloches durch das ständige Dehnen und Schwinden der Schindeln weitgehend unterbunden. |